Stelle im RAthaus in Schauenburg
Fördergeldmanager bündelt Wissen
Gespräche mit kommunen laufen
Stelle soll im Rathaus in Schauenburg eingerichtet werden - Gespräche in Kommunen laufen
Habichtswald/Schauenburg. Kommunen stehen bei der Finanzierung ihrer Vorhaben immer wieder vor der gleichen Herausforderung: Für viele Projekte gibt es Förderprogramme von Bund, Ländern oder anderen öffentlichen Stellen – doch die passenden Programme zu finden, die Voraussetzungen zu prüfen und anschließend einen Antrag korrekt und fristgerecht einzureichen, ist oft aufwendig.
Genau hier soll künftig ein Fördergeldmanager ansetzen. Die Gemeinde Schauenburg plant, eine entsprechende Stelle im Rahmen eines neuen Projekts der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) einzurichten. Gespräche mit weiteren Kommunen, die sich an dem Projekt beteiligen könnten, laufen derzeit.
Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer sieht darin eine gute Möglichkeit, Fördergeld künftig gezielter für Projekte in den beteiligten Kommunen einzusetzen. Gleichzeitig soll die Fördergeldstelle dazu beitragen, die vorhandenen Fördertöpfe von Bund und Ländern besser auszuschöpfen.
Die Aufgabe eines Fördergeldmanagers geht dabei deutlich über die reine Suche nach Förderprogrammen hinaus. Er soll gewissermaßen als zentrale Anlaufstelle für die Kommunen dienen und frühzeitig prüfen, für welche geplanten Vorhaben Fördermittel infrage kommen.
Denn die Förderlandschaft ist groß und entsprechend unübersichtlich. Programme können sich an bestimmte Themen, Regionen oder Größenordnungen richten und unterschiedliche Voraussetzungen haben. Hinzu kommen Fristen, Eigenanteile, Nachweise und teilweise umfangreiche Antragsverfahren.
Für eine einzelne Kommune ist es angesichts der Vielzahl von Programmen nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Nicht selten stellt sich erst im Laufe der Planung eines Projektes die Frage, ob dafür möglicherweise Fördergeld zur Verfügung stehen.
Der Fördergeldmanager soll deshalb möglichst frühzeitig eingebunden werden. Geplant ist, dass er geplante kommunale Vorhaben daraufhin untersucht, ob und wo dafür Fördermöglichkeiten bestehen. Im nächsten Schritt können die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Antragstellung unterstützt werden. Auch die jeweiligen Förderbedingungen und Fristen sollen im Blick behalten werden.
Noch ist das Projekt nicht endgültig auf weitere Kommunen ausgeweitet. Schauenburg führt derzeit Gespräche mit interessierten Städten und Gemeinden. Auch Habichtswald signalisiert Interesse an einer Beteiligung.
„Oft gibt es Fördergeld auf umständlichen Wegen“, beschreibt Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer die derzeitige Situation.
Genau diese Lücke soll das neue IKZ-Projekt schließen. Statt dass jede Kommune für sich nach passenden Programmen sucht, könnte das Wissen künftig gebündelt und gemeinsam genutzt werden.
Das kann gerade für kleinere Kommunen interessant sein. Sie verfügen häufig nicht über die personellen Kapazitäten, um die ständig wechselnde Förderlandschaft umfassend zu beobachten und für jedes geplante Projekt sämtliche Möglichkeiten auszuloten. (mw)

