Gas und Heizöl als Energieträger sollen verschwinden

Energieberater ins Boot holen

Habichtswald. Die Wärmeplanung von sieben Kommunen im Landkreis Kassel ist ein strategisches Planungsinstrument. Zur Erreichung der Klimaziele muss die Wärmeversorgung spätestens im Jahr 2045 treibhausgasneutral erfolgen. Das bedeutet, dass die derzeit noch stark dominierenden fossilen Energieträger, die für die Erzeugung von Wärme für Gebäude und Prozesse genutzt werden, nach und nach durch Erneuerbare Energien ersetzt werden müssen. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung wurden jetzt in Habichtswald vorgestellt. In Dörnberg und Ehlen  dort gibt es Handlungsbedarf, aber auch den größten Hebel für Einsparungen.

Niemand müsse aber sofort seine Heizung austauschen, heißt es aus dem Bauamt der Gemeinde Habichtswald. Ab dem Jahr 2045 sollen Gas und Heizöl als Energieträger jedoch verschwunden sein, Strom Biomethan und Nahwärme stellen dann den größten Anteil am Endenergieverbrauch für Wärme. Wärmepumpen oder Pelletheizungen seien die Zukunft, erklärte Oliver Waap vom Bauamt der Gemeinde. Wer jetzt schon tauschen möchte, der sollte sich auf jeden Fall einen Energieberater ins Boot holen. Die erste Beratung zum Beispiel bei Energie 2000 sei zudem kostenlos. 

Im Frühjahr diesen Jahres soll die Studie zur kommunalen Wärmeplanung erneut vorgestellt werden. Wer also die jüngste Vorstellung verpasst hat, hat dann eine neue Chance. Der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Die Bestandsanalyse erfasst als Grundlage für die Wärmeplanung alle relevanten Gebäude- und Heizungsdaten. Der Wärmebedarf nach Energieträger für das Jahr 2025 wird aktuell über 93 Prozent über fossile Energieträger gedeckt. Mit 43 Gigawattstunden (GWh) entfällt der größte Anteil des Energiebedarfs auf Wohngebäude. 

Auf Basis des bundesweiten Wärmeplanungsgesetzes (WPG), in Kraft getreten am 1. Januar 2024, sind alle deutschen Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohner verpflichtet, bis zum 30. Juni 2028 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Die Gemeinde Habichtswald setzt die Wärmeplanung mit sechs weiteren Kommunen im Landkreis Kassel gemeinsam um. Das Projekt wird durch die ausführenden Dienstleistern con|energy consult GmbH und EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG sowie die koordinierenden Energieagentur im Landkreis Kassel Energie 2000 e.V. durchgeführt.

Die Wärmeplanung hat u.a. die Aufgabe, die vor Ort vorhandenen Potentiale zur Erzeugung von Wärme aus Erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme zu identifizieren, um sie ggf. über Wärmenetze in die lokale Wärmeversorgung einbinden zu können. Daneben soll die Kommune (das Wärmeplanungsgesetz spricht insoweit von der planungsverantwortlichen Stelle, die durch Landesrecht bestimmt wird; in den meisten Fällen werden die Kommunen die planungsverantwortliche Stelle sein) im Rahmen der Wärmeplanung prüfen, welche Wärmeversorgungsart vor Ort die wirtschaftlichste ist. Dabei wird das Gemeindegebiet von der Kommune in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt. (mw)