Fairer Umgang miteinander auch bei Schnee und Eis
Winterdienst im Dauereinsatz
INTERVIEW mit dem Bauhofleiter der Gemeinde Habichtswald, Daniel Dietzsch
Habichtswald. Durch den aktuellen starken Schneefall kommt es auf den Straßen des gesamten Landkreises zu erschwerten Bedingungen. Wer räumt wo und wer hat welche Pflichten? In der Gemeinde Habichtswald wird alles dafür getan, dass die Bewohner beider Ortsteile schonend durch den Winter kommen - zumindest was die Straßenverhältnisse angeht. Bauhofleiter der Gemeinde Habichtswald, Daniel Dietzsch, erklärt die Pläne für den Winterdienst in der Gemeinde Habichtswald. Und er bittet die Bewohner um Rücksichtnahme, wenn nicht alles nach ihren Vorstellungen verläuft. Gleichzeitig dankt er seinem Team für den unermüdlichen Einsatz und die große Bereitschaft.
Herr Dietzsch, wie hat sich der Bauhof der Gemeinde auf die Schneesaison vorbereitet?
Daniel Dietzsch: „Unsere Großfahrzeuge sind ausgerüstet mit Schneeschild und Streuautomat. Die Mitarbeiter des Bauhofes erhalten eine jährliche Unterweisung für die Bedienung der Technik. Es stehen für jeden Ortsteil ein großes Räumfahrzeug bereit. Zwei Kleinfahrzeuge werden für den Räum- und Streudienst der Gehwege, Parkflächen etc. in beiden Ortsteilen genutzt.“
Um wie viel Uhr beginnen die Mitarbeiter bei Schneefall mit ihrer Arbeit?
Daniel Dietzsch: „Ab etwa 4.30 Uhr morgens geht es los. Die Räum- und Streupflicht der Gemeinde endet mit dem allgemeinen Tagesverkehr um 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen wird erst ab 9 Uhr geräumt und gestreut. An einem Räumtag fahren die drei Fahrzeuge ca. 70 Kilometer innerhalb der Gemeinde Habichtswald, um die Arbeit zu erledigen.“
Nach welchem Plan werden die Straßen geräumt?
Daniel Dietzsch: „Es gibt einen Räum- und Streuplan, mit der gesetzlichen Verpflichtung der Gemeinde, die für die Gemeindestraßen verantwortlich ist. Hier wird auch berücksichtigt, dass die Räumfahrzeuge so wenig wie möglich rangieren müssen. Dadurch werden Unfallgefahren vermieden und ein zügiger Ablauf der Schneeräumung gewährleistet.“

Wieso dauert es bei manchen Abschnitten länger?
Daniel Dietzsch: „Die gesetzlichen Verpflichtungen geben vor, dass primär an Bushaltestellen, Schulwegen etc. geräumt werden muss. Parallel werden die nach Kategorien Steigungs-/Gefällstrecken und Unfallschwerpunkten bewerteten Straßen geschoben und/oder mit Auftausalz bestreut. Prinzipiell wird in jeder Straße Schnee geschoben. Gestreut wird aber nur auf den oben genannten Strecken. Bei Schneefall kann es bis zu fünf Stunden dauern, bis alle Straßen geräumt sind. Ein zeitkritisches Problem ist dabei, wenn Autos immer weiter in der Verkehrsfläche parken, so dass sich die Räumgeschwindigkeit stark verringert, um keine Schäden an den parkenden Autos zu verursachen. Teils wird auch abgebrochen, wenn der Räumdienst mit dem drei Meter breiten Schneeschild nicht mehr in einer zugeparkten Straßen fahren kann. Hier wird dann dokumentiert, warum abgebrochen wurde.“
Besteht für die Bürger auch selbst eine Räumungspflicht?
Daniel Dietzsch: „Es gilt hier das Ortsrecht und zwar die Straßenreinigungssatzung der Gemeinde Habichtswald. Hier sind die Paragraphen 10 und 11 maßgeblich. Dort ist explizit die Räumpflicht der Bürger beschrieben. Auf Salz sollte aber möglichst verzichtet werden. Wir verweisen auf abstumpfende Mittel wie Sand und Splitt.“
Haben Sie eine Empfehlung?
Daniel Dietzsch: „Leider ist es den Fahrern der Räumfahrzeuge nicht möglich, auf private Grundstückseinfahrten zu achten. Ebenso kann es passieren, dass bereits geräumte Gehwege von den Winterdienstfahrzeugen wieder zugeschoben werden. Das lässt sich leider nicht verhindern. Wichtig ist auch, dass Bürger den geräumten Schnee nicht wieder in den Verkehrsraum schieben, sondern auf ihrem Grundstück lagern.“
Gibt es Reaktionen?
Daniel Dietzsch: „Es ist in jedem Jahr so, dass der Schnee eine Welle von ängstlichen Telefonanrufen von Bürgern in der Verwaltung auslöst und Forderungen nach unverzüglicher Räumung gestellt werden. Jedes Jahr werden die Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofes in teils unflätiger Weise angegangen. Räumfahrzeuge werden blockiert und es wird erwartet, dass der Fahrer des Räumfahrzeuges zurückfährt und den Weg frei macht. Hier werden Unfallgefahren provoziert, die unnötig sind. Deshalb meine eindringliche Bitte: Ein Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme sorgen dafür, dass der Winter im Straßenverkehr kein Thema mehr ist. Wir tun alles dafür, dass unsere Einwohner gut durch solche Schneetage kommen. Deshalb wäre es schön, wenn jeder ein bisschen Verständnis aufbringen würde.“
(Von Monika Wüllner)

