Diese Seite drucken

Naturpark

Das Gebiet des heutigen Naturparks Habichtswald war nachweislich bereits vor 5000 Jahren vom Volk der Chatten besiedelt, dessen Name sich über das mittelalterliche "Hassi" zum heutigen Hessen weiterentwickelte. Zwischen Lohne und Züschen wurde ein gewaltiges Steinkammergrab aus dem Neolithikum freigelegt. Seine Darstellungen von Rindern und Wagen zählen zu den ältesten Dokumenten bäuerlicher Kultur. Vergleichbare Anlagen findet man auch bei Altendorf und Metze, außerdem Menhire, Hügelgräber und andere Funde, die eine schon in der Stein- und Bronzezeit beträchtliche Siedlungsdichte bezeugen. Bis heute erkennbare Ringwälle blieben als Reste chattischer Fluchtburgen und Höhensiedlungen, deren größte und bekannteste die Alteburg bei Niedenstein ist.

Zahlreich sind die im Naturpark liegenden Burgen und Befestigungen, die im Laufe des Mittelalters Ortschaften und Handelswege schützen oder ausplündern sollten. Unter ihnen gebührt der Weidelsburg im frühen Dreiländereck zwischen Hessen, Waldeck und der Mainzer Exklave Naumburg als größte nordhessische Burgruine eine herausragende Stellung.


1



Der geologische Untergrund des Naturparks stellt sich recht uneinheitlich dar. Während man im Norden auf ausgedehnte Muschelkalkschichten stößt, dominieren auf der weitaus größten Fläche Buntsandsteinformationen. Durchsetzt sind sie immer wieder mit Gesteinen vulkanischen Ursprungs. Vor allem der Basalt hat mit seinen zahlreichen, einzelnen Kuppen der Landschaft ihr typisches Aussehen verliehen und sich am Westrand des Kasseler Beckens zu einem mächtigen Riegel von über 600 m Höhe aufgetürmt.

Etwa 42 % der Naturparkfläche sind mit Wald bedeckt, wobei die Buche als bestandesbildende Baumart dominiert. Auf Schloss Escheberg, inmitten ausgedehnter Wälder, schrieb Emanuel Geibel das bekannte Frühlingslied "Der Mai ist gekommen" und das Erpetal, unweit des spätgotischen Wasserschlosses Elmarshausen, inspirierte ihn zu dem Gedicht "Im schönen Wiesengrunde".